357 Spiele für den TVS: Sebastian Wichmann sagt "Adieu"

Eine Institution im Sandweierer Handball: Abwehrchef Sebastian Wichmann. Foto: René Schlageter
29. April 2026. Die letzte Saisonpartie unseres Regionalliga-Teams am Sonntag (17 Uhr) gegen den TuS Steißlingen steht im Zeichen des Abschieds: Trainer Sandro Catak, Jeremias Seebacher, Dominik Ströhm und Dominik Merz verlassen uns. Und da ist noch einer, der eher selten in den Schlagzeilen steht, der aber trotzdem in den vergangenen 15 Jahren das Spiel unserer Mannschaft entscheidend mitgeprägt hat: Sebastian Wichmann.
Als „Abwehrchef, Fels in der Brandung, ruhender Pol hintendrin“ ist der aus Rastatt stammende und an der Seite von Romina längst in Sandweier heimisch gewordene „Sebbo“ zu einer Institution in der TVS-Handballszene geworden.
Wer’s genau wissen will: Bis dato stehen für Sebastian 280 Oberliga-/Regionalliga-Spiele sowie 77 Drittliga-Partien in der Statistik, also insgesamt 357 Spiele im grün-weißen Trikot, was ihn bezüglich der Einsätze zum unumstrittenen TVS-Rekordmann macht. Was einigermaßen überrascht: Obwohl fast nur in der Abwehr eingesetzt, weiß Sebastian auch, wo das gegnerische Tor steht. Zu 119 Oberliga-Toren kommen 36 Drittliga-Treffer – macht zusammen 155 Tore, die der Abwehrspezialist erzielt hat. Ein Großteil davon unter den Augen von Mutter Eveline und Vater Elmar, die in all den Jahren fleißig ihren Fahrdienst verrichtet und kaum ein Spiel des Sprösslings verpasst haben.
Die Zahlen sprechen für sich - und das soll’s dann auch gewesen sein mit den sportlichen Lobeshymnen, die am 36-Jährigen - zumindest äußerlich - ohnehin abprallen. „Sebbo“ lässt am liebsten Taten sprechen, was im Übrigen auch abseits des Spielfeldes gilt. „Ingenieur Software Entwicklung“ heißt die Berufsbezeichnung des studierten Maschinenbauers, dessen Fähigkeiten sein ehemaliger Mitspieler Max Mitzel, selbst Gymnasial-Mathematik-Lehrer, gegenüber dem Chronisten einst folgendermaßen beschrieben hat: „Was der in Mathe drauf hat, ist unglaublich.“ Der Schreiber kann da leider nicht mitreden, ist sich aber sicher, dass Max damals sagen wollte: „Der Sebbo ist ein Käpsele.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.
Das Programm unserer Mannschaft am Wochenende 2./3. Mai 2026

Vor seinem letzten Auftritt auf der TVS-Trainerbank steht Sandro Catak. Foto: René Schlageter
Saison 2025/26, 30. und letzter Spieltag
Regionalliga:
TVS 1907 Baden-Baden - TuS Steißlingen
Wann: Sonntag, 3. Mai, 17 Uhr
Wo: Rheintalhalle Baden-Baden-Sandweier
Das große Saisonfinale steigt am Sonntag in der Sandweierer Rheintalhalle. Unsere Mannschaft hat zwar durch die jüngste Niederlage in Willstätt die Aufstiegschance zur 3. Liga eingebüßt, möchte gegen den einen Punkt zurückliegenden Tabellennachbarn Steißlingen aber unbedingt den vierten Tabellenplatz verteidigen, wobei der TVS bei einem Sieg durchaus auch noch einen Rang nach vorne rutschen kann.
Nach dem Spiel kommt es zur Verabschiedung verdienter Akteure, die den Sandweierer Handball in den vergangenen Jahren geprägt haben. Allen voran Trainer Sandro Catak, der uns nach sieben erfolgreichen Jahren verlässt. Längst zu einer TVS-Institution ist Sebastian Wichmann geworden, der seit dem Aufstieg in die Oberliga im Jahr 2011 für uns im Einsatz ist. Jeremias Seebacher, der uns seit seinem Wechsel aus Steinbach im Jahr 2021 so viel Freude gemacht hat, kehrt zu seinem Stammverein SG Kappelwindeck/Steinbach zurück. Verlassen werden uns auch Torhüter Dominik Merz und Rückraumspieler Dominik Ströhm, der aus beruflichen Gründen bereits nach einem Jahr wieder zum Heimatverein SG Muggensturm/Kuppenheim zurückkehrt. Wir wollen alle unsere Abgänge nach der Partie gegen Steißlingen in einem würdigen Rahmen verabschieden und hoffen beim Saisonfinale am Sonntag noch einmal auf eine tolle Zuschauerkulisse.
Ebenfalls am Sonntag in der Rheintalhalle:
D-Jugend (Qualifikationsturnier in der Rheintalhalle):
SG BB/Sandweier - SG Neuthard/Büchenau II, Sonntag, 12.35 Uhr
SG BB/Sandweier - TSV Knittlingen, Sonntag, 13.45 Uhr
Heimspieltag am Samstag in der Rheintalhalle:
Verbandsliga
TVS 1907 Baden-Baden II - SG Kappelwindeck/Steinbach
Wann: Samstag, 20 Uhr
Wo: Rheintalhalle Sandweier
Für beide Mannschaften ist die Saison soweit gelaufen. Und doch steckt noch eine gewisse Brisanz im Lokalderby. Unsere Mannschaft belegt mit 28:22 Punkten Platz fünf, Kappelwindeck/Steinbach ist mit 26:24 Zählern aktuell Siebter. Gewinnt der TVS II, würde man als bestes mittelbadisches Team durchs Ziel gehen. Bei einem Sieg der Gäste würde die SG punktemäßig mit dem TVS gleichziehen und sich aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs vor den TVS setzen. Damit ist davon auszugehen, dass sich beide Mannschaften am Samstag noch einmal kräftig ins Zeug legen werden.
Bezirksklasse
TVS IV - SV Langensteinbach III, Samstag, 15.45 Uhr
Bezirksoberliga Frauen
SG BB/Sandweier II - SG KIT/MTV Karlsruhe II, Samstag, 17.45 Uhr
Auswärtsspiele:
C-Jugend (Qualifikationsturnier in Neuenbürg)
HC Hardtwald - SG BB/Sandweier, Samstag, 11 Uhr
Hardt - SG BB/Sandweier, Samstag, 12.20 Uhr
D-Mädchen (Qualifikationsturnier in Calw)
HSG Walzbachtal - SG BB/Sandweier, Sonntag, 11.40 Uhr
SG Hirsau/Calw - SG BB/Sandweier, Sonntag, 13.15 Uhr
TSV Graben/Neudorf - SG BB/Sandweier, Sonntag, 14.50 Uhr
Verbandsliga: Zu viele Fehlwürfe des TVS II in Schutterwald
Saison 2025/26, 25. Spieltag
TuS Schutterwald II - TVS 1907 Baden-Baden II 25:24 (13:15)
Das TVS-Verbandsliga-Team machte es wieder einmal spannend. Allerdings gab es diesmal in der Schutterwälder Mörburghalle kein Happy-End für die Mannschaft von Trainer Markus Koch. Der Grund: 26 Fehlwürfe sind einfach zu viel. Folgerichtig bilanzierte Coach Koch: "Unser Problem war mal wieder die unglaublich schlechte Chancenverwertung." Und: "Leider haben meine Jungs es nicht geschafft, das umzusetzen, was wir die ganze Woche besprochen hatten und weshalb am Ende dann Raphael Herrmann im Tor von Schutterwald zum Matchwinner wurde."
Das Spiel kippte, als nach der 20:18-Führung des TVS in der 44. Minute Schutterwald vier Treffer in Folge zum 22:20 (48.) gelangen. Der TuS behielt die knappe Führung bis zum Ende.
Im letzten Saisonspiel geht es jetzt am Samstag (20 Uhr) in der Sandweierer Rheintalhalle gegen den Lokalrivalen SG Kappelwindeck/Steinbach. Der TVS ist mit 28:22 Punkten Fünfter, die Gäste belegen mit 26:24 Zählern Platz sieben. Das Ziel der Koch-Schützlinge ist, mit einem Heimsieg den Status als bestes Verbandsliga-Team aus dem ehemaligen Bezirk Rastatt zu verteidigen.
Für den TVS II spielten: Marc Jurack, Jörgen Armbrüster (Tor); Luca Hable 2, Max Kuypers, Maddox Rexer 2, Maik Holfelder 6, Matthias Seiter, Luca Schlageter 1, Jonas Illg 1, Lukas Veith 7, Xaver Bastian 3, Franz Henke 2.
Regionalliga: Eine Niederlage, die schmerzt ...

Saison 2025/26, 29. Spieltag
HSG Willstätt/Hanauerland - TVS 1907 Baden-Baden 28:27 (12:13)
Die Gefühlswelt der Sandweierer Regionalliga-Handballer war am Freitag nach der Partie in der Willstätter Hanauerlandhalle jener der Fußballer des SC Freiburg tags zuvor in Stuttgart nicht unähnlich. Unglücklich knapp verloren - und dann noch Unverständnis angesichts zweier gravierender Entscheidungen zuungunsten des TVS. Zunächst war die Rote Karte gegen TVS-Abwehrstratege Julian Schlager in der 50. Minute völlig überzogen. Schließlich hätte es bei der allerletzten Aktion des Spiels nach einer regelwidrigen Attacke an Rechtsaußen Joel Kraus einen Siebenmeter für den TVS geben müssen, was die Videobilder unserer Meinung nach eindeutig belegen.
Zur Wahrheit gehört halt aber auch, dass unsere Mannschaft einige Fehler zu viel produzierte, zu viele Chancen vergab und den zehnfachen Willstätter Torschützen Lennart Cotic nicht in den Griff bekam. Am Ende von 60 umkämpften Minuten stand jedenfalls eine bittere 27:28-Niederlage. Wie schon im Hinspiel (26:27) verlor der TVS mit einem Tor Unterschied gegen einen Gastgeber, für den es um nichts mehr ging, der aber - wie erwartet - nicht gewillt war, Geschenke an den südbadischen Rivalen zu verteilen.
Zum Spielverlauf: Willstätt lag zunächst 4:0 und 5:1 vorne, musste den TVS aber zum 9:9 (20.) aufschließen lassen. Beim 11:12 (28.) ging der TVS durch Elias Dörflinger erstmals in Führung. Zur Halbzeit stand es 13:12 für den TVS, der gleich nach dem Wechsel das 14:12 erzielte. Auch beim 19:17 (40.) lag unsere Team mit zwei Toren vorne. Dann übernahm Willstätt das Kommando und drehte das Spiel (23:20/47.). In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Der TVS musste nach der Roten Karte für Julian Schlager in der entscheidenden Phase ohne seinen Aktivposten auskommen, blieb aber dran. Dramatik pur dann in der Schlussminute. Willstätt bekam 20 Sekunden vor dem Ende einen fragwürdigen Siebenmeter zugesprochen, den Torhüter Dominik Merz parierte. In der folgenden Auszeit ordnete TVS-Trainer Sandro Catak noch einmal die Reihen und tatsächlich kam der Ball beim letzten Angriff zu Rechtsaußen Joel Kraus, der beim Sprung siebenmeterreif behindert wurde. Der fällige Siebenmeterpfiff blieb leider aus, womit die Niederlage besiegelt war. Ärger und Enttäuschung pur bei den Gästen! Wieder einmal kein Glück in der Schlussphase für unsere Mannschaft, die aufgrund des großen kämpferischen Einsatzes einen Punkt auf jeden Fall verdient gehabt hätte.
Merci an die mitgereisten rund 200 TVS-Fans, die in der vollen Halle Heimspielatmosphäre verbreiteten. Das war wirklich grandios!
Für den TVS spielten: Dominik Merz, Thilo Hafner (Tor); Luis Materna, Jeremias Seebacher 2, Sebastian Wichmann, Joel Kraus, Luca Schlageter, Elias Dörflinger 5, Tim Krauth 4, Julian Schlager 3, Luis Klingler 3/2, Elias Meier 1, Mirco Schlageter 4, Andre Ockert 4, Maximilian Vollmer 1.

Auf nach Willstätt: Das TVS-Regionalliga-Team ist an diesem Freitag (20.30 Uhr) im Derby-Klassiker gefordert

Macht Dampf auf rechts - mit links: Tim Krauth, frisch gebackener Sportler des Jahres seiner Heimatgemeinde Bühl. Foto: René Schlageter
Zwei Spieltage vor Saisonschluss dürfen die Regionalliga-Handballer des TVS 1907 Baden-Baden weiterhin auf den Aufstieg in die Dritte Liga hoffen. Allerdings muss der der aktuelle Tabellendritte dann noch einen Platz gutmachen. Hinter dem frischgebackenen Titelträger TSB Schwäbisch Gmünd ist die HSG Albstadt im Kampf um die Vizemeisterschaft in der Poleposition. Punktgleich mit dem TVS (je 39:17), kann Albstadt den gewonnenen direkten Vergleich in die Waagschale werfen. Vor der anstehenden Partie am Freitag (20.30 Uhr) bei der HSG Willstätt/Hanauerland sagt TVS-Trainer Sandro Catak: „Wir schauen auf uns und müssen unsere Aufgaben erledigen, alles Weitere können wir nicht beeinflussen.“
Während für die Sandweierer im südbadischen Derby-Klassiker einiges auf dem Spiel steht, haben die Gastgeber nach drei Niederlagen in Folge alle Chancen auf die anvisierte Rückkehr in die Dritte Liga eingebüßt. Offensichtlich ist die kolportierte Unruhe infolge des angekündigten Trainerwechsels (Ole Andersen ersetzt Michael Bohn) nicht spurlos an der Mannschaft vorübergegangen.
Im TVS-Lager macht man sich allerdings nichts vor. „Willstätt wird vor heimischer Kulisse gegen uns noch einmal alles geben“, ist sich Coach Catak sicher. Klar ist zudem: Nur mit einem Auswärtssieg kann der TVS Baden-Baden weiterhin im Rennen um den zweiten Platz mitmischen.
Die Mannschaft und die Veranwortlichen des TVS hoffen auf die Unterstützung zahlreicher Schlachtenbummler im nahen Willstätt. Mit einem grün-weißen Block wollen wir in der Hanauerlandhalle Heimspielatmosphäre für unser Team schaffen. Also: Alle auf nach Willstätt!

















